Neurologische Frühstimulation (FNS) – Bio-Sensor Stimulierung
(Dr. Carmen L. Battaglia . Übers. William Hartmann, rez. Marianne am.)

Mittlerweile ist es wissenschaftlich erwiesen, dass die Genetik nur zu 35% die Leistung eines Welpen bestimmt, die restlichen 65% sind abhängig von Training, Förderung, Ernährung und Stimulation des Welpen.
Zum Verständnis dieser speziellen Förderung, lohnt sich ein Blick auf zahlreiche Studien mit Kindern und Jugendlichen. Kinder, welche in ihrer frühen Entwicklung nur geringe Stimulation, wenig Sozialisierung , Förderung und Reize in Familie und Umfeld erfahren durften, erzielten bei Vergleichstest was Intelligenz, Leistungsbereitschaft, Selbstwertgefühl und Stressresistenz deutlich schlechtere Ergebnisse als Kinder, die in einer abwechslungsreichen, liebevoll fördernden Umgebung aufwuchsen.

Es gibt mehrere Übungen, die mit den einzelnen Welpen vom 3. – 16. Lebenstag durchgeführt werden. Die Welpen befinden sich in der Zeit in der vegetativen Phase in der Augen und Ohren noch vollständig verschlossen sind.

Diese Methode wurde von der amerikanischen Armee für die Züchtung von Militärhunden entwickelt. Grundlage, auf der die “FNS” beruht, ist die Annahme, dass ca. 65% der späteren Leistungsfähigkeit des Hundes durch Ernährung, Erziehung und Führung bestimmt werden und nur ca. 35% genetisch bedingt sind. Jahrzehntelang wurde u.a. die Auswirkung der taktilen und thermischen Stimulation bei Welpen erforscht

Man geht davon aus, dass diese Stimulationen das Nervensystem des Welpen dazu zwingen, bereits sehr früh auf “Stress” zu reagieren, was sich positiv auf ihre zukünftige Stresstoleranz auswirkt. Nachgewiesen wurde dies in sogenannten “Problemlösetests” (z. B. Herausfinden aus in einem Labyrinth). Bei den Tests zeigten die stimulierten Welpen weniger Stresssignale als diejenigen, die nicht stimuliert worden waren.

Um das Nervensystem des Hundes bestmöglich zu beeinflussen, muss man 1x täglich folgende Übungen durchführen, die jeweils 3-5 sec. andauern sollen:

  1. Taststimulation:
    Der Züchter hält den Welpen in der einen Hand und stimuliert ihn mit der anderen mit einem Wattestäbchen zwischen den Zehen einer beliebigen Pfote.
  2. Aufrechte Kopfhaltung:
    Der Züchter hält den Welpen mit beiden Händen senkrecht zum Boden mit dem Kopf direkt über der Rute.

3.   Kopf nach unten halten:
Mit beiden Händen den Welpen so halten, dass der Kopf nach unten zeigt, senkrecht zum Boden.

4.   Rückenlage:
Die Rückenlage – Den Welpen so halten, dass sein Rücken auf beiden Handflachen liegt und die Schnauze zur Decke zeigt. Die Welpe darf solange schlafen oder strampeln.

  • Thermostimulation:
    Der Welpe wird mit allen Pfoten auf ein feuchtes Handtuch gesetzt, was mindestens 5 Minuten im Kühlschrank gekühlt wurde. Der Welpe soll nicht an der Fortbewegung gehindert werden!

Zusammenfassend ergeben sich folgende Vorteile des Bio-Sensor-Programms:

  • verbesserte Herzfrequenz und stärkere Herzschläge
  • stärkere Nebennieren
  • erhöhte Stresstoleranz
  • verbessertes Immunsystem
  • verbesserte soziale Fähigkeiten der Welpen
  • aktivere und erkundungsfreudigere Hunde

Diese fünf Übungen rufen eine neurologische Stimulation hervor, die normalerweise nicht in diesem frühen Lebensabschnitt vorkommt.

Erfahrungen zeigen, dass sich die Welpen manchmal gegen diese Übungen wehren, ande­re zeigen sich unbekümmert. In jedem Fall ist für alle Vorsicht geboten, die diese Übungen anwenden wollen. Nicht öfters als einmal am Tag anwenden und die vorgeschlagene Zeit für eine Übung nicht überschreiten. Eine Überstimulation des neurologischen Systems kann nachteilige und schädliche Auswirkungen haben. Diese Übungen beeinflussen das neurologische System indem sie es, früher als erwar­tet, schlagartig aktiv werden lasst. Diese Aus­wirkung ist eine erweiterte Fähigkeit, später wird sie helfen, den Unterschied in seiner Leis­tungsfähigkeit auszumachen. Diejenigen, die routinemäßig mit ihren Welpen spielen und in der Hand nehmen, sollten dies weiterhin tun, denn die neurologischen Übungen sind kein Ersatz für regelmäßige Streicheleinheiten, Spielen, Sozialisierung oder Bindung.

Bei Lerntests wurde festgestellt, dass stimu­lierte Welpen aktiver und erkundigungsfreudi­ger waren, als ihre nicht stimulierten Wurfge­schwister.

In Bezug auf den Leistungstest wurden auch sekundäre Auswirkungen gefunden. In einfa­chen Problemlösungstests, Z. B. mit Umleitun­gen in einem Irrgarten, wurden die nicht stimu­lierten Welpen äußerst aufgeregt, winselten sehr viel und machten viele Fehler. Ihre stimu­lierten Wurfgeschwister waren durch die Testbedingungen weniger beunruhigt oder aufge­bracht und im Vergleich viel ruhiger in der Testumgebung. Sie begingen weniger Fehler und signalisierten nur gelegentlich Stressempfindungen.